Aus dem Gemeindebrief

Wenn Sie den aktuellen Gemeindebrief (März 2018 - Mai 2018)
nicht erhalten haben, so kann dieser im Pfarrbüro angefordert werden.

Monatsspruch März 2018

Jesus Christus spricht:
Es ist vollbracht!


Johannes 19,30

Monatsspruch April 2018

Jesus Christus spricht:
Friede sei mit euch!
Wie mich der Vater gesandt hat,
so sende ich euch.


Johannes 20,21

Monatsspruch Mai 2018

Es ist aber der Glaube eine
feste Zubersicht dessen,
was man hofft,
und ein Nichtzweifeln an dem,
was man sieht.


Hebräer 11,1



Andacht


Liebe Gemeindeglieder,

Die Würde des Menschen ist unantastbar – so heißt es im Grundgesetz.
Alles Leben muss geschützt werden - so ist unsere feste christliche Überzeugung.

Was aber so selbstverständlich klingt, geschieht so oft nicht..

Die Menschenwürde wird mit Füßen getreten, wenn die Schere zwischen
Reich und Arm immer größer wird und manche Familien vom Lohn ihrer Arbeit
kaum leben können.

Gewiss: Verhungern muss hier in unserem Land niemand, aber natürlich muss
eine ordentliche Teilhabe an den Möglichkeiten, die sich dem Großteil
der Gesellschaft bietet, jedem Menschen und insbesondere den Familien mit
Kindern, ermöglicht werden.

Armutsberichte auch aus unserem Land sind erschreckend. Und wenn die Politik
hier die Realitäten nicht ernst nimmt, werden immer wieder extreme Parteien
am linken und rechten Rand gestärkt.

Viele, viele Dinge könnten wir aufzählen, wo noch überall Menschenwürde
ganz konkret verletzt wird.

Und wer in die Weltgeschichte blickt, auch der sieht, wie überall
grausam Menschenwürde mit Füßen getreten wird, wie Menschen ausgebeutet werden,
wie Gewalt geschieht und Hunger die Folge ist, und wie auch unsere Länder,
auch wir mit unserem Lebensstil da hinein verwoben sind.

Wie die Natur geplagt ist durch Klimawandel und Umweltzerstörung und unser
Konsumverhalten.

Mensch und Tier und Natur leidet. Manche Schreie hören wir, vieles Leid bleibt stumm.

Karfreitag:
Auch da wurde Menschenwürde verletzt, mit einem Hammer ans Kreuz angeschlagen:
Christus am Kreuz. In ihm wird alles Leid und Elend dieser Welt sichtbar.

Alle Verletzungen, die schon geschehen sind und noch geschehen werden.

Alles erscheint sinnlos und dunkel. An Karfreitag war für die, die damals
dabei gewesen sind, alles zu Ende. Kein Leben mehr möglich.

Aber Gottes Geschichte geht weiter: Auch in diesem Jahr feiern wir Ostern:
Das Leben ist stärker als aller Tod.

Und das Leid ist nicht das Ende aller Dinge: Gott will das Leben. Hier auf
Erden stärkt er es, und in Fülle wird es in seinem ewigen Reich ganz am Ende da sein.

Ostern:
Hoffnung. Erfahrungen der Stärke des Lebens. Gott ist da. Gott führt hindurch durchs
tiefe Tal. Gott holt herauf aus Leid- und Todeserfahrungen zu neuem Leben.

Ostern:
Leben wird neu, und nach langem Winter darf es wieder grünen.
Ostern steht gegen unsere Resignation.
Ostern fordert uns auf, uns für das Leben und den Schutz der Menschenwürde
immer wieder stark zu machen, und wenn es noch so hoffnungslos erscheint.

Im festen Vertrauen auf Jesus Christus, der da spricht: Ich bin die Auferstehung
und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, als ob er gleich stürbe, und
wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Joh 1, 18

Eine gesegnete Passions- und Osterzeit für Sie alle,

herzlichst Ihr

Markus Christ, Pfr.






Brief des Kirchenvorstandes



Nachdenklicher Brief des Kirchenvorstandes zu Kirchenaustritten

In unseren Kirchenvorstandssitzungen gibt es immer wieder von Kirchenaustritten,
aber auch von Kirchen(wieder-)eintritten zu berichten. Bei einer Gemeindegröße
von zur Zeit annähernd 1300 Gemeindegliedern sind das durchschnittlich 5 - 7
Austritte und 2 - 3 Eintritte im Jahr.

Dabei hat gewiss jede/r seine eigenen, persönlichen Gründe, unserer Kirche
den Rücken zu kehren. Da mögen inhaltliche Differenzen zu dem, was Kirche
lehrt und in der Gemeinde praktiziert wird, eine Rolle spielen, aber auch persönliche
Erfahrungen mit Menschen aus der Gemeinde oder auch finanzielle Gründe.
Jedenfalls drückt sich in jedem Austritt eine tiefgehende Entfremdung von der
Institution Kirche aus.

Dabei sagen manche: Ich kann ja glauben, ohne der Kirche angehören zu müssen.
Gott hat doch alle Menschen lieb, auch wenn ich keine Kirchensteuer zahle.
Oder: Wenn ich wüsste, das alles Geld in der eigenen Gemeinde verbliebe, dann
würde ich meinen Beitrag weiter zahlen, aber wer weiß, wo das ganze Geld hingeht.

Uns als Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher und dem Pfarrer dieser
Kirchengemeinde schmerzt und befremdet diese Argumentation.

Wir möchten Ihnen sagen, warum, und bitten Sie, sich ein wenig Zeit zu nehmen,
um unsere Argumentation zu bedenken:

Kirche ist ja zuallererst nicht Institution, sondern Gemeinschaft derer,
die zu Jesus Christus gehören. Darum ist Kirche immer Gemeinde. Gemeinschaft von
Menschen, die ihren Glauben teilen. Jesus sagt: „Wo zwei oder drei versammelt
sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mt 18,20)

Nun haben sich im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende verschiedene Kirchen
und Gemeinschaften herausgebildet mit je ihren eigenen Vorstellungen von Gott
und Glaube, mit je ihren eigenen Regeln, theologischen Ausrichtungen, Riten
und Kirchenverfassungen.

Unserer protestantischen Landeskirche EKHN (Ev. Kirche in Hessen und Nassau)
ist eine demokratisch verfasste Kirche. Sie wird geleitet auf der Kirchengemeindeebene
durch die gewählten und berufenen Kirchenvorsteherinnen und -vorsteher, auf
Dekants (=Kirchenkreis-)ebene durch die Dekanatssynode, bestehend aus zwei
Dritteln Ehrenamtlichen (zumeist Kirchenvorsteherinnen und –vorsteher aus den
Kirchengemeinden) und einem Drittel Pfarrerinnen und Pfarrer, und auf
landeskirchlicher Ebene durch die Landessynode, die aus den gewählten Mitgliedern
aus den Dekanatssynoden besteht (ebenfalls Ehrenamtliche und Theolog/innen/en
im Verhältnis 2:1). Diese kirchlichen, demokratisch verfassten Leitungsgremien
gestalten in unserer protestantischen Landeskirche den Rahmen kirchlichen Handelns.
Dazu gehört auch, dass festgestellt wird, für was welche Gelder eingesetzt werden.
Die Haushaltspläne der genannten verschiedenen kirchl. Ebenen liegen immer eine
gewisse Zeit zur öffentlichen Einsichtnahme aus. Über die Mitarbeit in den kirchlichen
Gremien kann jedes Mitglied Einfluss nehmen auf die Kirchen– und Haushaltspolitik.

In Deutschland haben Staat und Kirche durch das Kirchensteuersystem eine besondere
Regelung getroffen, der für beide Seiten Vorteile hat: Unsere Kirche verschafft
das Kirchensteuersystem (Kirchensteuer normalerweise 9% der Einkommensteuer,
bei höheren Einkommen ist Kappung möglich - unbeschränkt abzugsfähig) finanzielle
Planungssicherheit, und die Kirche bezahlt dem Staat die Nutzung des Systems des
Steuereinzuges.

Übrigens: In Freikirchen, die sich des Kirchensteuersystems nicht bedienen, liegt
in der Regel der Beitrag, den die Menschen für ihre Kirche und Gemeinden entrichten,
um ein vielfaches höher als für die Mitglieder in unserer Landeskirche.

Wer nun zum Ergebnis kommt, dass seine Kirche das Geld nicht wert ist, das er/sie
zahlen müssten, dessen Entscheidung ist zu respektieren, aber sie hat auch Konsequenzen.

Vorallererst schwächt jeder Austritt unsere Kirche mit all den Diensten, die von
ihr ausgehen. Da ist zunächst das hohe Engagement von Ehrenamtlichen in den
Kirchengemeinden, auch hier bei uns, in den so unterschiedlichsten Gruppen und
Kreisen und Ausschüssen. Da geht es z.B. um Bereich Seelsorge und Besuche,
um Kindergottesdienst und Arbeit mit Kindern, um Vorbereitungen und Begleitung
auf Konfirmandenfahrten und ähnliches, um diakonische soziale Leistungen, um
Gestaltung von Gottesdiensten, Kirchenmusik, um Frauen– und Seniorenarbeit.
Da geht es um die Leitung der Kirchengemeinde durch den Kirchenvorstand und
um die bauliche Unterhaltung von Kirche und Gemeindehaus. Ehrenamtliche leiten
Gruppen und gestalten inhaltlich und kreativ.
(Dass dabei nicht in jeder Kirchengemeinde alles abgedeckt sein kann, versteht sich von selbst).

Unsere Kirchengemeinde Langen-Bergheim hat das Glück, noch eine Pfarrstelle vor Ort
zu haben, denn überall werden Pfarrstellen zusammengestrichen. So ist auch bei uns
seit einigen Jahren Pfr. Christ noch mit einem Viertel seines Dienstes im Kirchspiel
Eckartshausen (insbesondere mit der Zuständigkeit für Himbach) eingesetzt.

Regional und überregional ist Kirche engagiert. Um nur einige Bereiche zu nennen:

- In unserem Büdinger Dekanat sind wir engagiert im kirchlichen Jugendkulturbahnhof
Bleichenbach, der Büdinger Tafel, der Diakoniestation, der Hospizarbeit u.v.m.

- Auch wenn der Staat mitunter einen hohen finanziellen Anteil von kirchlichen
Einrichtungen wie z.B. Krankenhäuser, Heimen, Kindertagesstätten und kirchlichen
Schulen übernimmt, so profitieren doch umgekehrt auch Staat und Gesellschaft von
dem kirchlichen Engagement.

- Die Jugendkulturkirche St. Peter in Frankfurt ist ein besonderes herausragendes Projekt
unserer Landeskirche, das mittlerweile sogar beginnt, Jugendliche auch bis aus unseren
Dörfern anzuziehen.

- Erwachsenenbildung, weltweite Verbindungen zu Partnerkirchen, ökumenische Veranstaltungen
und Beziehungen fördern Bewusstseinsbildung und Frieden. Brot für die Welt leistet
wertvolle Hilfe zur Selbsthilfe.

So bedeutet jeder Kirchenaustritt als Konsequenz eine Schwächung der Gesamtkirche und
auch der Kirche vor Ort:

Die Stimme unserer Kirche wird mit jedem Kirchenaustritt in unserer Gesellschaft weniger
gehört. Gerade unsere hessen– nassauische Landeskirche ist eine Kirche, die in
theologischen und moralischen Fragen immer sehr aufgeschlossen und liberal sich
an den gesellschaftlichen Diskussionen beteiligt hat.
So hat z.B. unsere Kirche schon vor Jahren die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare
ermöglicht. Auch im Bereich der Friedensethik, in Fragen von Bewahrung der Schöpfung
und weltweiter Gerechtigkeit erhebt die Kirche ihre Stimme, ist in Mediations-
verfahren und Kommissionen engagiert. Dieser Einfluss geht mit jedem Austritt zurück.

Und vor Ort wird durch einen Austritt die Wahrscheinlichkeit höher, dass eine Pfarrstelle
bei einem Pfarrerwechsel einmal nicht mehr besetzt werden wird.

Aber auch jeder Kirchenaustritt hat auch Konsequenzen für die Betreffenden:
Sie verlieren mit dem Austritt ihre Rechte in der Kirche: Sie können nicht mehr an
Kirchenvorstandswahlen teilnehmen, können das Patenamt nicht mehr übernehmen,
haben keinen Anspruch auf kirchliche Amtshandlungen wie Hochzeiten und Beerdigungen.

Schwierig ist dabei, wenn diejenigen, die ausgetreten sind, diesen Schritt mit ihren
Angehörigen nicht vorher abgesprochen haben. So kann es dann passieren, dass die
Überraschung groß ist, wenn etwa das geplante Patenamt gar nicht übernommen werden
kann oder bei Todesfall der Angehörige nicht kirchlich bestattet wird.

Dabei müssen wir Entscheidungen, die Menschen fällen, ernst nehmen. Wer aus der Kirche
austritt, der möchte unsere Kirche nicht weiter unterstützen und hat sich innerlich so
weit von ihr entfernt, dass sie ihm das Geld nicht wert ist, dass er/sie zahlen müsste.
Wenn der Austritt inhaltlich begründet ist und voller Überzeugung gefasst wird, ist dieser
Schritt konsequent und freie Entscheidung jedes Einzelnen. Niemand muss einer Kirche
angehören oder einer Religionsgemeinschaft. Aber auch umgekehrt bitten wir die Betreffenden,
dass sie ihren Austritt (oder den ihrer Angehörigen) auch mit allen Konsequenzen, die sich
daraus ergeben, treffen!

Wir wissen: Keine Kirche und Gemeinde ist die allein seligmachende. Wem als Christ unsere
Art der Theologie, Glaube und Gemeinde nicht zusagt, wird Heimat finden in einer anderen
Kirche oder Glaubensgemeinschaft. Aber die Vorstellung, Christ sein und an Gott glauben
zu können, ohne überhaupt irgendeiner Gemeinschaft von Glaubenden anzugehören
(und damit Geld sparen zu können), um dann doch im Notfall darauf zu vertrauen,
dass dann die Kirche ja doch wieder für einen da sein wird, ist unsolidarisch und
höhlt das System aus.

Wenn Sie diesbezüglich Fragen haben oder mit uns reden möchten: Sprechen sie uns an!

Besuchskreis

Besuche halten die Verbindung zur Kirche und Gemeinde aufrecht und
trösten und stärken Menschen. Wie gut kann ein Gespräch tun, das einem vermittelt:
Ich werde wahrgenommen und wertgeschätzt. Und wie wichtig ist es manchmal auch,
dass jemand aus der Distanz die Dinge noch einmal ganz anders sehen hilft.

Aus diesem Grunde haben sich einige Frauen aus unserer Kirchengemeinde und
Pfarrer Christ zu einem Besuchskreis zusammengefunden. Geburtstagsbesuche,
Besuche Neuzugezogener, Besuche alter, einsamer oder kranker Menschen - an so
vielen Stellen kann ein wertschätzendes, freundliches Wort gut tun.

Freuen sie sich, wenn Sie besucht werden. (Aber haben Sie auch den Mut, uns zu
sagen, wenn sie keinen Besuch möchten).

Wir suchen auch noch weitere Ehrenamtliche, Männer und Frauen, die sich vorstellen
können, im Besuchsdienst mitzuarbeiten.

Wenn Sie Interesse haben, melden Sie sich bitte bei
Pfarrer Markus Christ.

Hausabendmahl

Für alte und kranke Gemeindeglieder, die nicht mehr zur Kirche gehen können,
biete ich die Möglichkeit zum Hausabendmahl an, an dem selbstverständlich
auch Familienangehörige und Freunde teilnehmen können.

Wenn sie dies wünschen, melden Sie sich bitte bei mir.
Pfarrer Christ Tel.: 06185/1602

Offene Kirche

Wer Ruhe in aller Hektik sucht,
wer zu sich selber und zu Gott kommen möchte,
wer ein Gebet, für sich oder andere sprechen will
und eine Kerze entzünden möchte,
der findet in unserer Kirche immer die dazu nötige Stille
und den besonderen Raum.

Von Oktober bis April 10 – 16 Uhr
Von Mai bis September 10 — 18 Uhr